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Bedeutung, Identifizierung und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen am Übergang Schule-Beruf für benachteiligte Jugendliche

Leitung:Prof. Dr. Arnulf Bojanowski
Bearbeitung:Frank Ahrens
Laufzeit:März 2009 - Februar 2011
Förderung durch:Hans-Böckler-Stiftung

Projektziel

Die Berücksichtigung des Kompetenzerwerbs im informellen und non-formalen Lernen ist von großer Bedeutung für eine verbesserte Förderung von benachteiligten Jugendlichen. Die Untersuchung will herausarbeiten welche Kompetenzen sich benachteiligte Jugendliche über welche informellen Lernprozesse am Übergang Schule - Beruf aneignen und wie diese sichtbar gemacht werden können.

Projektbeschreibung 

  • Kontext / Problemlage
    Die Berufs- und Lebensplanung Jugendlicher erfolgt zunehmend weniger strukturiert und normiert und ist brüchiger. Unter den Bedingungen gesellschaftlicher Individualisierung und Modernisierung ist der Druck (und damit die Erwartung) für die Jugendlichen Entscheidungen treffen zu müssen größer; zugleich müssen sie relativ produktiv mit Diskontinuitäten in krisenhaften Zeiten umgehen können.
    Bei der Gestaltung der Übergänge gibt es strukturelle Unzulänglichkeiten, wenig systematische Bearbeitung der relevanten Herausforderungen sowie einen Mangel an theoretischer Fundierung. In der Diskussion um berufliche Entwicklung und Arbeitsmarktintegration geht es vorrangig um schulisch erworbenes Wissen und Inhalte; im Zentrum stehen Schulabschlüsse und -leistungen; informell erworbene Kompetenzen außerhalb der formalen Bildungsinstitutionen sind dagegen wenig bis gar nicht berücksichtigt, für die Arbeitsmarktintegration und den Übergang in das Erwerbsleben nicht gewürdigt und genutzt.

  • Fragestellung
    In der Verknüpfung der beiden Diskussionsstränge der Berufs- und Sozialpädagogik um den Kompetenzbegriff einerseits und der Bedeutung des informellen Lernens wird gefragt:

    • In welchen Situationen außerschulischer Jugendbildung eignen sich benachteiligte Jugendliche welche Kompetenzen über informelle Lernprozesse an? Werden außerschulische Lernorte methodisch-didaktisch strukturiert einbezogen? Sind Maßnahmen auf Nachhaltigkeit und Kontinuität angelegt und beziehen die biographische Perspektive mit ein? (Erhöhung der Berufswahlkompetenz).
    • Wie können informell erworbene Kompetenzen benachteiligter Jugendlicher sichtbar gemacht werden? Werden dazu in das methodisch-didaktische setting Instrumente der Berücksichtigung und Dokumentation informell erworbener Kompetenzen integriert?

      Ferner ist zu ermitteln, wie diese informell erworbenen Kompetenzen für die weitere berufliche Entwicklung von benachteiligten Jugendlichen nutzbar gemacht werden können

  • Untersuchungsmethoden
    Übergänge von Jugendlichen werden in einer regional eingegrenzten (Niedersachsen) qualitativ-explorativen Studie untersucht.
    Die Erfassung der schwer eingrenzbaren Struktur informeller Lernprozesse und die Sichtbarmachung verdeckt laufender Prozesse soll mittels verschiedener Methoden ermöglicht werden:
    Dazu werden an verschiedenen Orten (allgemein und berufsbildende Schulen – Abgangsklassen/Berufsvorbereitungsklassen, Jugendbildungsmaßnahmen von Jugendverbänden, Jugendberufshilfeeinrichtungen/Jugendsozialarbeit) Jugendliche und pädagogische Fachkräfte (Lehrer/-innen, Sozialpädagog/-innen, Ausbilder/-innen, Teamer/-innen der Jugendbildungsarbeit) in die Untersuchung einbezogen:
    Es sind leitfadengestützte Expert/-inneninterviews, Interviews, Gruppendiskussionen und teilnehmende Beobachtungen bei Jugendlichen geplant.

Publikationen

Ahrens, F. (2010): Informell erworbene Kompetenzen - ihre Bedeutung für die Benachteiligtenförderung, in E. Wuttke u.a. (Hrsg.): Dimensionen der Berufsbildung - Bildungspolitische, gesetzliche, organisationale und unterrichtliche Aspekte als Einflussgrößen auf berufliches Lernen (Reihe: Schriftenreihe der Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft), Opladen & Farmington Hills, S. 47 - 58

Ahrens, F. (2010): Informell erworbene Kompetenzen benachteiligter Jugendlicher und ihre Bedeutung für die Benachteiligtenförderung , in D. Beste (Hrsg.): Motivation zum Handeln - Beiträge zu 30 Jahren Arbeit mit und für junge Menschen mit Berufsnot, Loccum, S. 91 - 104

Räder, E./ Ahrens, F. (2011): Statt Ersatzmaßnahmen und Warteschleifen: Recht auf Ausbildung und Förderung. Anforderungen an eine Reform des "beruflichen Übergangssystems", in Soziale Sicherheit, H. 1/2011, S. 14-23

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