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"komPASS 3 Wissenschaftliche Evaluation des Kompetenzchecks für zugewanderte junge Menschen komPASS 3"

Leitung:Dr. Martin Koch, Prof. Dr. Udo Hagedorn
Laufzeit:10/2016 - 2/2017
Förderung durch:Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Hintergrund: Schon im Herbst 2015 wurden an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen besondere Bildungsgänge Für jugendliche Flüchtlinge eingerichtet. Neben BVJ-Sprachförderklassen zählt dazu das Modellprojekt Sprint, das in modularisierter Form Sprachbarrieren abbauen und Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt ermöglichen soll. Es wird an 94 berufsbildenden Schulen in Niedersachsen für rund 2.800 Schülerinnen und Schüler angeboten. Zentrale Zielsetzung ist die Vorbereitung auf berufliche Ausbildung. Dazu wird mit SPRINT Dual zeitnah ein Folgeprogramm aufgelegt, das schulisches Lernen mit der Teilnahme an einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung verbindet. Welche der betroffenen Jugendlichen bereits in der Lage sind, an einem sechsmonatigen betrieblichen Praktikum mit der dezidierten Zielsetzung eines Übergangs in betriebliche Ausbildung teilzunehmen, soll an den teilnehmenden Schulen mittels des Kompetenzfeststellungsverfahrens komPASS 3 eruiert werden.

Zielsetzung: Damit stellt sich die Frage, inwieweit das Verfahren den Bedarfen dieser besonderen Zielgruppe angepasst ist. Immerhin lassen sich Kompetenzen im eigentlichen Sinne nicht messen. Einzig ihr performativer Ausdruck kann beobachtet werden. Dafür müssen Beurteilende und Betroffene allerdings hinsichtlich der Einschätzung der zu bemessenen Handlungsanforderungen übereinstimmen. Doch dies kann gerade in interkulturellen Kontexten nicht vorausgesetzt werden. Die auf jede Kompetenz verweisenden Fähigkeiten sind kulturell normativ und bezeichnen immer auch eine Vorstellung davon, wie eine bestimmte Aufgabenstellung verstanden und bewältigt werden sollte. Für eine wissenschaftliche Evaluation stellt sich darum die zentrale Forschungsfrage nach dem Grad der Übereinstimmung zwischen Kompetenzerwartungen (Jugendliche), Kompetenzvorstellungen (Beobachter) und Performanzimpuls (Aufgabensetting).

Verfahren: Um dies explorativ zu pilotieren, werden an vier Schulstandorten Jugendliche und Beobachter nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen bestimmter Umsetzungsanforderungen im Rahmen der Kompetenzfeststellung befragt. Es wird erhoben, inwieweit die betroffenen Jugendlichen über die jeweiligen Handlungsanforderungen informiert sind und ob Anforderungen und Beurteilungen mit ihren persönlichen Erfahrungen und Vorstellungen übereinstimmen. Zusätzlich werden exemplarische Sequenzen der Kompetenzfeststellung beobachtet. Auf dieser Basis sollen in Abgleich mit den Qualitätskriterien des BIBB einerseits Handlungsempfehlungen für eine weitergehende Anpassung des Verfahrens, die Umsetzung an den Schulstandorten und die pädagogische Vorbereitung im Rahmen der SPRINT-Klassen formuliert werden. Andererseits wird aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse eine repräsentative Kurzerhebung an allen beteiligten Schulstandorten umgesetzt.

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