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Wissenschaft in zehn Minuten. Eine ethnografische Erkundung pädagogischer Lernanlässe zwischen Wissen und Event.

M.A. Maria Stimm
Betreuung durch Prof. Dr. Wolfgang Nieke, Prof. Dr. Steffi Robak

Beschreibung:

Die Wissenschaften erschöpfen sich längst nicht mehr in Kolonien von Elfenbeintürmen, sondern sie werden immer intensiver zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen herangezogen und gewinnen somit sukzessive an Einfluss auf die alltägliche Lebenspraxis, so dass sich die Wissenschaftskommunikation differenziert auf verschiedene Diskursgemeinschaften einstellen muss. Als Illustration für den Wandel der wissenschaftlichen Kommunikationskultur wird der Science Slam, ein wettbewerbsorientiertes Veranstaltungskonzept, bei dem eigene Forschungsergebnisse in knapper Zeit aufmerksamkeitsfördernd präsentiert werden, aus einer Reihe von wissenschaftlichen Programmen herausgegriffen, da mit dem Wissenstransfers aus der Forschung hinein in die Öffentlichkeit eine Plattform geschaffen wird, aus zugeschriebenen Kontexten heraus verlagerte Wissenschaften attraktiv zu vermitteln und indirekt Bildungsprozesse in Gang zu setzten. In dem Dissertationsprojekt wird die Transformation von Wissen sowie Wissensbeständen hinterfragt, um die Wissenspotentiale und Lernanlässe des Science Slams zu erschließen und eine Übersetzungsfunktion innerhalb des Lehr-Lernkontextes abzuleiten. Es wird beleuchtet, inwieweit der Science Slam als eine Form der Wissenschaftskommunikation eine Verbindung zwischen dem Wissenschaftssystem und dem Event herstellt, so dass letztendlich lernförderliche Effekte von wissenschaftlichen Events herausgearbeitet werden. Pädagogische Realität wird somit ausgedehnt auf einen innovativen Bereich, dessen Erschließung es auch ermöglicht, einen Diskurs um Wissen im Bereich der Erwachsenenbildung/Weiterbildung neu zu benennen und Konzepte des Wissenserwerbs sowie der -vermittlung zu verorten. Da im Zentrum der Arbeit die empirische Untersuchung des ausgewählten Konzeptes Science Slam selbst steht, wird dieses in der Perspektivverschränkung analysiert. Das methodische Vorgehen konzentriert sich neben einer ethnografischen Betrachtung der Veranstaltung anhand festgeschriebener Einheiten auf die subjektiven Deutungen der an den Science Slam-Veranstaltungen beteiligten Akteure (Organisator/in, Slammer/innen, Teilnehmer/innen), die mittels Interviews erhoben werden. Zusammenfassend ergeben sich dadurch insgesamt differentielle Ebenen der Betrachtung, die die Wechselwirkungen und Beziehungskonstellationen sichtbar machen. Die angestrebte Herausarbeitung der Wissenspotentiale erlaubt es erst mit der Entschlüsselung aller am Prozess beteiligten Ebenen das inhärente Konstrukt der Lernkultur zu fassen. Durch die Verschränkung der verschiedenen Perspektiven, der wirkenden Atmosphäre zwischen den Akteuren in einem Raum, sollen demnach Erkenntnisse generiert werden, die es erlauben, den Science Slam als neues Forschungsfeld in seiner Vielschichtigkeit zu erfassen und als Format Beigeordneter Bildung einer Institution zu charakterisieren, so dass die Tiefenstruktur dieser pädagogischen Realität beschrieben wird.