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Methodologisch-konzeptionelle Fragen einer gezielten Förderung der Selbstregulation Jugendlicher im Produktionsschulalltag – Anregungen für die berufliche Benachteiligtenförderung

Meshoul, Ali
Betreuung durch Prof. Dr. Günter Ratschinski (Erstgutachter), Prof. Dr. Udo Hagedorn (Zweitgutachter)

Beschreibung:

 

Zentrales didaktisches Prinzip „produktionsorientierter“ Förderansätze ist die tätige Auseinandersetzung des Jugendlichen in möglichst realen Arbeits- und Produktionsprozessen. In diesen Prozessen wird formelles und vor allem informelles Lernen in verschiedenen Kompetenzbereichen einer Person angeregt. Zudem erfährt sich die Person in der Gemeinschaft der Produktionsschule idealer Weise als wirksam handelndes, kohärentes Individuum. Mehrere Studien belegen inzwischen, dass Kompetenzentwicklung in informellen Lernprozessen im Alltagsleben und in der Arbeitswelt stattfindet. Strittig ist die Frage, inwieweit informelles Lernen methodisch-didaktisch befördert werden kann.

Auch für den Ansatz der Produktionsschule ist die Frage nur unzureichend beantwortet, unter welchen Bedingungen und mit welchen Effekten die Entwicklung Jugendlicher gezielt gefördert werden kann. Vor dem Hintergrund empirischer Forschungsergebnisse über den Zusammenhang von sozialer Exklusion und psychischer Gesundheit kann von einem verstärkten Auftreten dysfunktionaler Muster der Selbstregulation beruflich/sozial benachteiligter Jugendlicher auszugehen (Helm 2011, Hölling 2009, Mielck 2005). Nicht selten entstehen Unsicherheiten seitens der Werkstattpädagogen, wie auf das Verhalten der unterschiedlichen Teilnehmerpersönlichkeiten einzugehen ist. Bei der theoretischen Identifizierung und Beschreibung des Problems abweichender oder origineller Verhaltensweisen Jugendlicher in den beforschten Einrichtungen der Produktionsschule richtet sich ein wesentlicher Fokus auf den Aspekt selbstregulatorischer Fähigkeiten: Die selbstverantwortliche Steuerung des eigenen Handelns und Verhaltens als Ergebnis und Ausgangspunkt einer funktionierenden Dynamik der emotional-kognitiven Regulation des Selbst, wird als eine basale Fähigkeit zur Realisierung alterstypischer Entwicklungsaufgaben Jugendlicher gesehen. Die Forschungsarbeit stützt sich hauptsachlich auf theoretische Konzepte der Emotionspsychologie und der Handlungspsychologie bzw. darauf basierenden methodisch-konzeptionellen Überlegungen der Pädagogik und Psychotherapie.