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Bojanowski, A., et al (2010) Europäisches Kolloquium Produktionsschule. Münster: Waxmann

Der Tagungsband dokumentiert das in Berlin vom Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer initiierte "Europäische Kolloquium Produktionsschule", das an Administratoren, Multiplikatoren und Wissenschaftler vor allem aus den Neuen Ländern gerichtet war. 
Das Kolloquium greift einen in Fachkreisen unbestrittenen Sachverhalt auf: Die Übergänge junger Menschen von der Schule in das Erwerbsleben sind in Deutschland und Europa problematisch geworden. Fast alle europäischen Industrienationen haben inzwischen einen "Sockel" arbeits- und damit zumeist perspektivloser Jugendlicher. Angesichts der Lissabon-Ziele des Europäischen Rates und auch mit Blick auf den Europäischen Qualifikationsrahmen ist dies ein unhaltbarer Zustand. 
Es gibt allerdings einen bedeutsamen Quell europäischen pädagogischen Denkens und Handelns, nämlich den Ansatz einer Verbindung von Arbeiten und Lernen - verkörpert durch die Produktionsschule. Produktionsschulen arbeiten in ganz Europa und sind eine ebenso wirksame wie überzeugende Antwort auf die Übergangsproblematik. Aber: Es fehlen rechtliche und finanzielle Grundlagen oder verbindliche staatliche Zusagen. Dies gilt für ganz Europa – bis auf Dänemark und Frankreich. 
Der Tagungsband dokumentiert überdies einen Auftakt: Das "Europäische Kolloquium Produktionsschulen" bot erstmals die Gelegenheit des Austauschesüber und zwischen Produktionsschulen in Europa. Nun gilt es, die Idee der Produktionsschulen europaweit zu verbreiten und zu befördern.