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Lippegaus-Grünau, P. (2009) Kompetenzen erkennen und entwickeln.

Kompetenzen erkennen und entwickeln. Sozialpädagogisch orientierte Kompetenzfeststellung im Übergang Schule-Beruf, dargestellt am Beispiel einer Diagnose- und Trainingseinheit für benachteiligte Jugendliche.

Diese Dissertation beschäftigt sich mit der individuellen Kompetenz, mit der Befähigung, im Wandel von Arbeitsmarkt und Gesellschaft wechselnde Anforderungen zu bewältigen. Im Mittelpunkt stehen junge Menschen, die im Übergang Schule - Beruf benachteiligt sind, die am erodierenden Arbeits- und Ausbildungsmarkt in besonderer Weise auf Ausgrenzungstendenzen treffen und in das expandierende Übergangssystem einmünden.
Die Arbeit untersucht Entwicklungspfade der Benachteiligtenförderung und zeigt die überwiegend defizitorientierten und kompensationspädagogisch geprägten Schwerpunkte der verzweigten Maßnahmen. Aktuelle Konzepte zur Verbesserung richten Maßnahmen verstärkt an den Anforderungen des Arbeitsmarktes aus. Die Bewertungsmaßstäbe der (betrieblichen) "Gatekeeper" prägen auch die derzeit boomenden Verfahren der Kompetenzfeststellung in diesem Feld.
Anregungen, von der Benachteiligung zur Kompetenz zu gelangen, bietet die berufspädagogische Kompetenzdebatte. Hier wird Kompetenz als Disposition eines Subjekts verstanden, um in einer Anforderungssituation selbstorganisiert zu handeln, dies bezieht Emotionen, Einstellungen, Erfahrungen, Antriebe, Werte und Normen ein. Diesem Verständnis entsprechend muss Kompetenzfeststellung dem Subjekt Gelegenheiten verschaffen, sich in gezielten Handlungssituationen kompetent zu verhalten, das heißt an aus der Biografie resultierende Ressourcen und Potenziale anzuschließen und sich mit dazu passenden Anforderungen auseinanderzusetzen.
Auf der Grundlage berufspädagogischer und sozialpädagogischer Ansätze entwirft die Arbeit - in der Tradition des Benachteiligtenprogramms - Eckpunkte für ein Konzept einer sozialpädagogisch orientierten Kompetenzfeststellung. Dieses bezieht die Ausgangsbedingungen der jeweiligen Lebenswelten und die daraus resultierenden subjektiven Entwicklungsaufgaben ein. Es verknüpft Kompetenzfeststellung und -entwicklung und ergänzt standardisierte eignungsdiagnostische Instrumente um förderdiagnostische Verfahren. Seine Ergebnisse dienen als Grundlage für eine individuelle Förderung, verstanden als Unterstützung selbstbestimmter Entwicklungswege.
Der Praxisteil führt als Beispiel einer sozialpädagogisch orientierten Kompetenzfeststellung die DIAgnose und TRAINingseinheit DIA-TRAIN aus, die Ermöglichungsräume schafft, in denen Teilnehmer/ innen ihre Kompetenzen erleben, zeigen, reflektieren und entwickeln. Hier werden zentrale Ergebnisse und Erfahrungen aus der Umsetzung gebündelt.