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Bojanowski, A. & Eckert, M. (Hrsg.). (2012). Black Box Übergangssystem. Münster: Waxmann Verlag

In den letzten zwei Dekaden hat sich ein Sektor beruflicher Bildung entwickelt, den die Nationalen Bildungsberichte als berufliches „Übergangssystem“ bezeichnen. Allein die Größenordnung dieses Bereichs bereitet seit Jahren in Politik und Gesellschaft Unbehagen. Das Übergangssystem hat inzwischen die Bildungsbiographien hunderttausender benachteiligter Jugendlicher in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Ist dieser Sektor das Produkt offiziellen Politikversagens?

 

Der Zustand des Übergangssektors jedenfalls ist höchst beklagenswert. Der Nationale Bildungsbericht 2010 konstatiert: Die „Struktur des Übergangssystems … (habe sich) in den letzten Jahren nur geringfügig verändert“, bei den Neuzugängen ins Übergangssystem gab es nur einen geringen Rückgang und es bleibe „ein Manko, dass über die Gründe für die Bewegungen im Übergangssystem genauso wenig Transparenz besteht wie über seine genauen Wirkungen“. Damit erscheint das Übergangssystem tatsächlich wie eine „Black Box“; keiner weiß so recht, was alles sich darin verbirgt.

 

Der Band versammelt Beiträge, die Entwicklungen und Probleme dieses Sektors erörtern. Zunächst geht es um die soziale Struktur der Gesellschaft. Diskutiert werden „neue Randgruppen“ oder die soziale Selektivität des Übergangsverlaufs. Danach beleuchtet der Band die institutionelle Seite: Wohin entwickeln sich Übergangssysteme? Hier werden programmatische Überlegungen und analytische Reflexionen miteinander verbunden. Der dritte Teil des Buches richtet sich auf die „subjektive Seite“ der Übergangsprobleme: Was zeigt die Forschung über junge Menschen in Übergangsprozessen?

 

Die Herausgeber: Arnulf Bojanowski wirkt als Professor an der Leibniz Universität Hannover, Manfred Eckert als Professor an der Universität Erfurt. Beide engagieren sich seit Jahren in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Praxis für Verbesserungen der beruflichen Integration benachteiligter Jugendlicher.

 

29. Oktober 2012